Am 13.9. war Jom Kippur, der Versöhnungstag und der wichtigste Feiertag der Israelis.
An Jom Kippur ist auf den Straßen nicht los. Kein Auto fährt, der ganze Straßenverkehr ist eingestellt. Wie einige auf einem Foto schon gesehen haben, ich konnte auf der Straße sitzen. Man hätte auch auf der Straße übernachten können. Sieben von uns waren in Tabgha, ich musste mit zwei anderen arbeiten. Ein ganz normaler Shabbat-Dienst, wobei die Member selbst gemerkt haben, dass ein Feiertag ist. Sie waren nervös, unmotiviert, zappelig, aggressiv teilweise. Aber es hat alles funktioniert. An diesem Tag mussten wir auch den Musikraum öffnen (den Listeningroom). Eigentlich sehr ruhig. Die Member kommen, setzten sich hin und hören Musik mit ihren Kopfhören. Dann gehen sie wieder und neue setzen sich. Eigentlich hätten wir nur bis zwölf/halb eins arbeiten müssen, aber auf Grund des Feiertags, sind wir bis um sieben geblieben. Ich bin das erste Mal früh ins Bett gegangen. Ansonsten war ich immer nach ein/zwei Uhr im Bett, da wir aber alle erschöpft waren sind wir früh schlafen gegangen. Der zweite Tag war unglaublich chaotisch, ein Member hat dem anderen Kaffee ins Gesicht geschüttet, generell waren alle noch relativ nervös und angespannt.
Dann war ich auch wieder Bowlen. Ich muss sagen, dass es das erste Mal war, an dem ich ein wenig an meine Grenzen gestoßen bin. Ein Member hat sich geweigert auszusteigen und ist auch etwas handgreiflich geworden. Nichts schlimmes, aber ich konnte mich kaum mit ihm verständigen weil ich ihn auch kaum kannte. Zum Glück ist mir Eran über den Weg gelaufen und hat mir bei der Sache geholfen.
Wieder ein Feiertag: Sukkot (vom 19.9. bis zum 25.9.). Sukkot, auf Deutsch Laubhüttenfest, ist genau fünf Tage nach Jom Kippur. Er dauert sieben Tage und soll an den Auszug aus Ägypten erinnern. Es soll den Menschen ins Gedächtnis rufen wie die Israelis gewohnt haben. Die Sukka ist eine Hütte bestückt mit Palmenblättern. Das Dach muss aber nur so bedeckt sein, dass man die Sterne sehen kann.
Einige Juden übernachten in dieser Zeit auch in ihren Hütten.
Am 18.9. sind also Miriam, Milena, Malin, Roman, Markus, Jeremias und ich nach Jerusalem gefahren. Dank meines Orientierungssinns sind wir erstmal in die falsche Richtung gelaufen. Wir sind in Jerusalem nicht in dieser Gruppenkonstellation geblieben. Roman, Markus, Jeremias und ich haben uns zusammen ein Hostel gesucht. Am Abend haben wir es uns gut gehen lassen. Am nächsten Tag sind wir die typische Touristentour abgelaufen. das bedeutet: Klagemauer, Grabeskirche und Erlöserkirche. Ein kleiner Gang über den Suq, ein bisschen handeln und dann in Richtung Ölberg.
Ich muss gestehen, dass ich etwas enttäuscht gewesen bin was die Klagemauer betrifft. Wir waren leider an einem ungünstigen Augenblick dort. Nur Touristen, wir haben kaum etwas von der Religion und dem Glauben mitbekommen. Ich hätte mir mehr erwartet. Wir hätten am Besten an Shabbat gehen müssen, daran haben wir aber nicht gedacht. In der Grabeskirche dann der nächste Schock. Ich habe noch nie (Entschuldigung) so verrückte Christen erlebt. Ein Mann hat zwanzig Minuten lang ein Bild von Jesus geküsst. Frauen, die weinend auf einem Stein gelegen haben, auf dem angeblich Jesus gelaufen sein soll.
Die Klagemauer
Grabeskirche
Dieser krasser Aberglaube, diese teilweise doch sehr dominante Religiosität in der Grabeskirche hat bewirkt, dass ich erstmal eine Zeit lang sprachlos war. Von der Erlöserkirche den steilen Weg hoch zum Ölberg. Vom Ölberg haben wir den Sonnenuntergang beobachtet und hatten einen fantastischen Blick über Jerusalem.
Und man konnte von dort aus auch gut einen Teil von der Mauer sehen, wir ihr auf dem Bild erkennen könnt! Es ist der Wahnsinn wie klein dieses Land doch sein kann und doch so viel Konfliktpotenzial hat, so viel was man entdecken muss und so viel was noch auf einen wartet.
Zurück sind wir am orthodoxischen Friedhof vorbei, an der Altstadtmauer entlang, um zu unserem Hostel zu kommen. Wir haben Volontäre aus der Nähe von Tel Aviv getroffen und sind noch hoch auf die Altstadtmauer. Am Abend habe ich noch zwei Franzosen, darunter ein Algerier, kennengelernt. Mit denen habe ich sehr interessante Gespräche über Palästina und den Konflikt geführt und vor allem endlich wieder richtig französisch gesprochen.
Am nächsten Tag war ich mit Jeremias und Roman in Jericho. Das war ein richtig schöner Tag! Wir konnten uns zunächst kaum aufraffen und waren unschlüssig bezüglich des Zieles. Schließlich sind wir nach Jericho gefahren. Aber das wandern durch die Wüste haben wir auch gestrichen, zu wenig Zeit. In der Stadt selbst haben wir dann gemerkt, dass generell Touristen sehr fremd sind, da fast nie welche dort sind. Die Kinder haben uns angestarrt, sind uns hinterhergelaufen und sogar mit dem Fahrrad hinterhergefahren, haben gelacht und hinterher gerufen. Auch die Häuser und die Landschaft - total anders. Wir haben uns kurzerhand entschlossen die 10 Kilometer zum Toten Meer zu laufen. Wir sind über Felder, Müllhalden gelaufen und haben dann eine Ziegenherde überholt. Diese gehörte Beduinen. Als wir kurz Pause gemacht haben, haben uns die Beduinen zu sich nach Hause eingeladen. So nun saßen wir drei Deutsche umrundet von vielen Beduinen. Die Kinder haben uns neugierig und auch ängstlich angeschaut. Einer von den Erwachsenen konnte glücklicherweise ein bisschen hebräisch, was die Kommunikation um einiges vereinfacht hat. Erster Schock: Ein Mann kam und hat den beiden Jungs die Hand gegeben und mich komplett ignoriert. Wiederum kamen Frauen und haben den Jungs keinerlei Beachtung bei der Begrüßung geschenkt. Für mich als Deutsche war es selbstverständlich dem Mann ebenfalls die Hand zu reichen. Sie haben uns Brot geschenkt, mit uns Tee getrunken. Die Frauen haben mir die ganze Zeit auf die Hände geschaut, bis ich verstanden habe, dass sie sich meinen Ring angesehen haben. Warum? Sie dachten ich sei verheiratet mit einem von den Jungs. Dann haben sie uns gefragt wie es denn sein kann dass sich eine Französin und zwei Deutsche treffen und sich so gut unterhalten können. Die Kinder haben auf jedes Wort der Älteren gehört und haben sehr viel Respekt auch ihnen gegenüber gezeigt.
Man hat uns nach diesem wundervollen Besuch mit dem Traktor zurück nach Jericho gefahren. Von dort aus sind wir über ein paar Umwege, beziehungsweise nach längerer Suche nach einem Sherut nach Bethlehem gefahren. Von dort an der Mauer entlang durch den Checkpoint durch wieder nach Jerusalem. Ich habe mich in meinen 19 Jahren noch nie so eingeengt gefühlt wie an diesem Tag. Die Mauer ist bedrückend und wenn man sich die Bilder auf der Mauer ansieht und sich die Texte bewusst durchliest versteht man dieses Gefühl!
Jericho, unser Weg Richtung Totes Meer
Bei den Beduinen
Sonnenuntergang von den Beduinenzelten aus
Die Mauer (schaut euch die Bilder an und urteilt selbst)
Mit diesen Eindrücken ist eine schöne erste Reise in die Heilige Stadt zu Ende gegangen.
Und wir sind auch mit dem Regen gegangen. Nach fünf Minuten regen sind alle Straßen voller Wasser gewesen, da alle Gullis übergelaufen sind. Es war angenehm, wobei es in Jerusalem kälter ist und ich nicht an einen Pulli gedacht hatte.
So nun denkt ihr: Maité ist nur am Reisen, irgendwo stimmt es schon aber ich arbeite trotzdem viel.
Die Arbeit macht mir immer noch unheimlich viel Spaß. Jeden Tag lerne ich mehr hebräisch und arabisch und jeden Tag werde ich besser, auch ohne Unterricht. Ich versuche viel zu lernen, weil ich mich sehr freue, wenn ich mich mit den Leuten unterhalten kann.
Im Garten fühle ich mich sehr wohl. Auch wenn es natürlich Tage gibt an denen alles aus dem Ruder läuft und man vielleicht etwas überfordert ist - sobald sie anfangen zu singen und zu lachen geht einem das Herz auf. Die Pausen sind immer etwas besonderes. Wenn Tee, Kaffee und Milch getrunken wird, Früchte verteilt werden und alle anfangen zu reden, zu singen sind alle glücklich.
Bald ist es soweit und jedem Freiwilligen werden zwei bis drei Member zugeteilt, um die er sich das Jahr über kümmern wird. Ich bin schon sehr gespannt, wen ich so bekommen werde und wie gut wir harmonieren werden.
Ich darf im Kfar jetzt auch für die Website Fotos machen, das freut mich natürlich auch sehr!
Momentan arbeite ich auch ab und zu auf den Olivenfeldern mit, was auch Spaß macht. Es ist viel zu tun aber es ist auch abwechslungsreich.
So mein zweiter Bericht. Der dritte über Tabgha folgt noch.
Laila tov!
Maité
Salut tout le monde, c'est encore moi. La deuxième partie:
Le 13.9. nous
avons fêté Jom Kippur,, le jour férié le plus important des Israéliens. Pas de
voiture sur les routes, pas de circulation. Comme quelques un d’entre vous ont
déjà vu sur la photo, je pouvais rester assise sur la route sans avoir peur.
J’aurais même pu dormir sur la rue. Sept bénévoles sont allés à Tabgha, moi
j’ai travaillé. Le travail était comme toujours, mais les handicapés étaient
nerveux et agressifs. Nous avons ouvert
la pièce de musique pour les handicapés. Ils pouvaient s’assoir et suivre les
paroles de leurs chanteurs préférés.
La semaine du 13.
j’ai accompagné quelques membres jouer au bowling. Je dois avouer que c’était la première fois
ou je me suis sentie un peu dépassé. Un membre n’a pas voulu sortir du bus et
je ne pouvais rien faire. Par bonheur Eran, celui qui nous supervise, m’a aidé.
Encore un jour
(une semaine) férié du 19.9. au 25.9. : Sukkot – en français : la
fête des Tabernacles (si c’est bien la traduction). Sept jours. Les israéliens
doivent se souvenir l’exode de l’Egypte,
comment les gens ont vécu. Aujourd’hui les juifs dorment dès fois dans leurs
tentes. Les feuilles de palmiers ne doivent couvrir que peu du toit pour
pouvoir regarder les étoiles.
Le 18.9. Miriam,
Milena, Roman, Markus, Jeremias et moi, nous sommes allés à Jérusalem. Nous
avons pris le mauvais chemin, mais après un moment nous avons trouvé le bon et
nous sommes arrivés à notre auberge de jeunesse. Roman, Markus, Jeremias et moi
nous sommes restés ensemble, les autres ont retrouvé d’autres bénévoles de leur
organisation. Le premier jour, nous avons visité les places touristiques :
le mur des lamentations, la Sainte Sépulture.
J’étais un peu déçue parce que mes attentes n’étaient pas satisfaites.
Au mur des lamentations trop de touristes, à la Sainte Sépulture trop de gens
religieux : les gens étaient couchés sur une pierre en train de pleurer,
un homme a embrasser une photo de Jesus pendant au moins vingt minutes.
J’ai eu du mal à retrouver mes mots, ce qui – comme vous savez très bien n’arrive pas souvent.
Après nous sommes allés sur la montagne des olives pour regarder le coucher de soleil.
Le soir j’ai rencontré deux français. Nous avons parlé de l’Algérie, de la Palestine et du conflit. Très intéressant. Et j’étais tellement heureuse de pouvoir parler français!
J’ai eu du mal à retrouver mes mots, ce qui – comme vous savez très bien n’arrive pas souvent.
Après nous sommes allés sur la montagne des olives pour regarder le coucher de soleil.
Le soir j’ai rencontré deux français. Nous avons parlé de l’Algérie, de la Palestine et du conflit. Très intéressant. Et j’étais tellement heureuse de pouvoir parler français!
Le deuxième jour
je suis allée à Jéricho ensemble avec Roman et Jeremias. D’abord nous avons eu
des problèmes à trouver une destination mais après un certain temps nous avons
décidé d’aller à Jéricho. Nous avons fait la rencontre de bédouins super sympa.
Plus de vingt personnes nous ont regardé, mon demandé si j’étais marié à cause
de ma bague. Ils nous ont invité à prendre un café avec eux et nous ont donné
du pain. Plus tard ils nous ont ramené à Jéricho. Nous avons d’abord voulu allé
à la mer morte, heureusement que nous avons rencontré cette famille, une
expérience très intéressante et enrichissante. Je retournerais, quand j’aurais
appris plus l’arabe.Au retour nous avons
passé la « frontière ». Choquant, vraiment choquant. Je ne me suis
encore jamais senti tellement à l’étroit. Je crois que les photos que vous
pouvez voir parlent d’eux-mêmes. La première pluie
nous a accompagné vers le bus. Un voyage
très enrichissant mais aussi épuisant.
Bon maintenant
vous pensé surement que je voyage tout le temps. Vous avez quelque part raison.
C’est l’avantage ici. Je ne mets que deux, trois heures à aller d’une destination
á l’autre.
Le travail me plaît toujours beaucoup. Mon hébreu devient de plus en plus mieux, j’ai commencé à apprendre l’arabe. Comme je parle beaucoup avec les Arabes qui travaillent dans le Kfar je suis obligé de parler hébreu.
Je me réjouis du travail dans le jardin. Nous sommes toujours en train de chanter, et de rigoler. Il y a des jours ou rien ne va comme il faut. Mais c’est tout á fait normal.
Bientôt Eran va nous donner deux ou trois membres. Nous allons devoir nous occupé d’eux. En ce moment je travaille aussi sur ( ?) les oliviers.
Le travail me plaît toujours beaucoup. Mon hébreu devient de plus en plus mieux, j’ai commencé à apprendre l’arabe. Comme je parle beaucoup avec les Arabes qui travaillent dans le Kfar je suis obligé de parler hébreu.
Je me réjouis du travail dans le jardin. Nous sommes toujours en train de chanter, et de rigoler. Il y a des jours ou rien ne va comme il faut. Mais c’est tout á fait normal.
Bientôt Eran va nous donner deux ou trois membres. Nous allons devoir nous occupé d’eux. En ce moment je travaille aussi sur ( ?) les oliviers.
Bon mon deuxième
rapport est fait. Le troisième va suivre.
Laila tov
Maité
Maité
(Sur les photos
1-5 vous pouvez voir Jerusalem ; après Jéricho et Bethlehem avec le mur.)