Samstag, 15. Februar 2014

Tu Bishwadt


Im Januar haben wir im Kfar das Fest der Bäume und Pflanzen gefeiert.
Tu BiSchwadt “der 15. Tag im Schwadt (ein jüdischer Monat)” und ist das Neujahr der Bäume und Pflanzen. An diesem Tag, werden die Tische mit Früchten eingedeckt  und viele Pflanzen und Bäume neu gepflanzt.
Wir in Deutschland haben kein vergleichbares Fest.
Der Tag an sich war ein voller Erfolg. Die Sonne hat geschienen und eine angenehme Wärme ermöglichte es in dünnerer Kleidung herumzulaufen.
Um 10 Uhr haben sich alle vor unserem Speisesaal auf einer kleinen Wiese versammelt. Socialworker, Freiwillige, Gärtner und unsere Member haben sich angeregt unterhalten und darauf gewartet, dass die letzten Gäste, Schüler aus der Grundschule in Tivon eintreffen. Als sich schließlich alle eingefunden hatten, hat Moshik, der Leiter des Kfar’s die Initiative ergriffen und ein paar nette  einladende Worte gesprochen.
Daran schloss sich das gemeinsame Pflanzen an.
Unsere Member haben sich sehr gefreut und auch die

Sozialarbeiter wollten unbedingt Fotos mit ihren Schützlingen machen.
Ich hatte während der gesamten Veranstaltung die Aufgabe Fotos für unsere Website zu schießen. Gepflanzt habe ich selbst eigentlich nicht wirklich, dennoch war es für mich eine unheimliche Freude, den anderen zuzusehen und Schnappschüsse von glücklichen und zufriedenen Menschen zu machen. Zum Abschied haben die Schüler der Grundschule eine Urkunde erhalten und der gewohnte Ablauf des Tages hat sich sehr schnell wieder eingefunden.


 
 
 


Samstag, 1. Februar 2014

Machtesh Ramon - ein atemberaubender Ausflug in die Wüste

שלום שלום
 
 
 
Hallo ihr Lieben


Im Januar haben wir Freiwilligen mit den israelischen Volontären, Eran, unserem Koordinator und einem anderen Socialworker einen Ausflug in die Wüste unternommen; zum größten Erosionskrater ganz Israels.
Es war ein wunderbares Erlebnis gerade, weil wir in Deutschland so etwas wie eine Wüstenlandschaft nicht besitzen.
Mit einem kleinen Bus ging es los in Richtung Negev-Wüste. Früh hatten wir alles eingepackt und mit Vorfreude und einer passenden Stimmung waren wir drei Stunden später an unserem Übernachtungslager angekommen. Wir sollten die Nacht in Beduinenzelten verbringen, dazu aber später.
Zunächst haben wir uns mit Lunchpaketen gestärkt, bevor wir den mehrstündigen Wanderweg angetreten sind.
Wir wollten den Krater vom höchsten Punkt des Berges Har Ardon bestaunen. Ein Weg, der uns schon nach ein paar Minuten zeigte, dass es anstrengend werden würde. Die unberührte Natur um uns herum, die strahlende Sonne über uns und der ein oder andere Ausruf der Bewunderung machten diesen anstrengenden Fußweg doch wett.
Kleine Verschnaufpausen, in denen Fotos geschossen und die Rücksäcke zwischen den einzelnen getauscht wurde, haben uns ermöglicht die herrlichen Aussichten genießen zu können.
Oben angekommen, haben Tobi und Theresia Kaffee gemacht, Eran hat den Tee aufgesetzt und wir haben uns an den Rand des Berges gesetzt, die Füße "baumeln" lassen und das sich vor uns eröffnende Bild betrachtet. Ich habe so etwas noch nie in meinem Leben gesehen und war sehr überrascht, das man so ein Landschaftsbild nur 3 Stunden von unserem zu Hause in Tivon finden kann. Dort, wo es grün ist und die Luft ganz anders ist.
Wieder einmal ist mir bewusst geworden, wie klein doch dieses Land ist und welch eine Vielfalt es zu bieten hat.

Nachdem wir uns etwas ausgeruht hatten, ein paar letzte Fotos gemacht wurden, haben wir uns auf den Weg zurück zu unserem Lager gemacht.
Der Weg hinauf war schon anstrengend, als ich aber den Weg hinunter gesehen habe, war ich mir nicht sicher ob ich heil an den Fuß des Berges komme.
Es war unglaublich steil zwischenzeitig, rutschig und sehr eng. Ich mit meiner kleinen Höhenangst war ziemlich unsicher und wollte nur noch nach unten kommen.
Einige sind hingefallen und durch die losen Steine auf dem Weg, musste man wirklich aufpassen, wohin man seine Füße setzt.
Zwischenzeitig dachte ich mir wirklich, dass ich keine Lust mehr habe und habe diejenigen bewundert, die schnell und sicher gelaufen sind.
Hatte ich zwischendurch Zweifel, habe ich mir, unten angekommen gesagt, dass es eine gute Erfahrung war. Ich hatte sogar beim Abstieg Spaß.
Als alle wieder zusammen waren, sind wir weiter gelaufen und sind irgendwann von unserem Transit abgeholt worden.
Dunkel war es, als wir uns zum Duschen aufgemacht haben. Und kalt. War der Tag sehr angenehm warm gewesen hat man nun die andere Seite der Wüste kennengelernt.
Wir saßen um ein Feuer herum, haben uns versucht die Hände, Füße -  den ganzen Körper aufzuwärmen und darauf gewartet, dass das Essen fertig wird.
"Poiker", eine Art Eintopf mit allerlei Gemüse, zum Teil auch Fleisch welches gegart wurde, war unser Abendessen. Dazu wie immer Pitot und Humus.
Nach dem Abendessen, hatten die israelischen Freiwilligen ein paar Spiele vorbereitet. Aber dadurch, dass es sehr kalt war, wollten wir dann doch lieber näher ans Feuer rücken. Unsere Begleitperson hat auf der Mundharmonika gespielt, Eran hat gesungen. Es war schön, seinen Koordinator so ausgelassen und glücklich zu sehen.
Um Mitternacht sind wir mit Wärmflaschen, drei Jacken, Mützen und Schaals in unsere kalten Schlafsäcke geschlüpft. Diese waren auf dem Boden des Zeltes verteilt, dicht an dicht lagen wir zusammen.
Es war unglaublich kalt, wobei es nach einer Weile im Schlafsack warm wurde.

Am nächsten Morgen, ging es früh los. Nach dem Frühstück sind wir nach Mitzpe Ramon zum Visitor-Center gefahren, um uns dort die Entstehungsgeschichte des Kraters anzuschauen. Die verschiedenen Gesteinsschichten wurden aufgeführt und auch wie sich im Laufe der Jahrhunderte, diese Lagen verändert und verschoben, verschwunden und neu erstanden sind. Einen kleinen Bericht über den israelischen Astronaut Ilan Ramon haben wir auch gehören, der mit dem Raumschiff Columbia einen tragischen Tod erlitten hat.

Glücklich, zufrieden aber auch sehr erschöpft sind wir zurückgefahren. Es war ein sehr schöner Ausflug, gerade weil wir auch alle zusammen waren. Solche Wanderungen stärken die Beziehungen und es ist auch eine zusätzliche Möglichkeit, die anderen Menschen, mit denen man lebt näher kennen zu lernen.

Hier nun ein paar Fotos, von dieser unvergesslichen Reise