Samstag, 25. Januar 2014

Weihnachten und Silvester


Halli hallo


ich komme gerade von meinem Kurzurlaub in Nablus zurück und kann nun weiter meine Berichte schreiben.


Am 24.12. sind alle Volontäre nach Jerusalem gefahren um dort gemeinsam Weihnachten zu feiern. Am 25. hatten alle frei, aus diesem Grund konnten wir die Zeit sehr genießen.
Wir sind getrennt losgefahren, einige mit dem Auto, einige mit dem Bus. Wir haben uns in Jerusalem in einem kleinen Café getroffen, sind dann zusammen losmarschiert, um andere Vollis aus der Stadt zu treffen.
 
In einem Restaurant haben wir den Abend anklingen lassen. Ein gemütliches Beisammensein, eine angenehme Atmosphäre und viel Geplaudere hat alles etwas aufgelockert.
Das Essen war kein typisch deutsches oder französisches Weihnachtsessen, dennoch sehr lecker.

Vor dem Essen hatten ein paar von uns die Karten für den Gottesdienst in der Erlöserkirche geholt, sodass wir ohne anzustehen nach dem Abendessen direkt in der Erlöserkirche Platz nehmen konnten.
Die Weihnachtsgeschichte in der evangelischen Kirche wurde in verschiedenen Sprachen gehalten, so zum Beispiel in Deutsch, Französisch, Arabisch und Hebräisch.  Nach dem mit Kerzenlichtern erhellten Gottesdienst, sind wir mit einer größeren Gruppe deutscher Volontären nach Bethlehem gelaufen.
Ein Weg an der Straße entlang, 2 1/2 bis 3 Stunden, brachte uns zum Checkpoint. Wir wussten nicht wie es gerade an Weihnachten ablaufen würde, somit waren wir etwas nervös und die weihnachtliche Stimmung war etwas gebrochen, gerade als wir auch wieder entlang der Mauer laufen mussten, bevor das letzte Stück Richtung Ziel beginnen konnte.
Aber in Bethlehem selbst waren die Straßen geschmückt, erleuchtet von Sternen und einem großen Tannenbaum. Die Andacht in der Geburtskirche war leider etwas kürzer als erhofft und wir sind dann mit Taxen zurück zum Checkpoint und von dort aus ganz müde zur CBS Central Bus Station in Jerusalem gefahren.
Da es noch nicht 7 Uhr war mussten wir in der Kälte vor dem Eingang zitternd warten, konnten dann endlich rein und nach einem heißen Kakao den Weg nach Hause antreten.








Zu Hause haben wir erst einmal lange geschlafen und dann zusammen bei Kaffee und Keksen die Geschenke aus Deutschland ausgepackt.
Es war ein tolles Weihnachten. Man musste sich auf etwas Neues einstellen und das hat die ganze Reise auch so wertvoll und einmalig gemacht.
Wer erlebt schon Weihnachten in Israel und dann auch noch in Bethlehem????


So nun zu etwas anderem. Ein paar Tage später kam noch Silvester dazu.
Einige von uns hatten den 1. andere den 2.1. frei.

Roman, Theres, Milena und ich sind schon am 31. früh losgefahren um ein wenig den Tag genießen zu können.
Wir sind mit dem Bus nach Tel Aviv und von dort aus erst einmal Richtung Hostel von Milena gelaufen.
Sie hat ihre Sachen abgelegt und wir sind weiter nach Jaffa gegangen. Wir lagen am Wasser, haben ein bisschen was gegessen bevor die anderen dazugekommen sind.
Die Silvesterfeier war nicht so wie wir es uns vorgestellt haben. Eine große Stadt, keiner hatte über den Ablauf des Abends nachgedacht und es war alles etwas hektisch.
Mit ein paar anderen Freiwilligen haben wir auf dem Dach unseres Hostels angestoßen, Fotos gemacht und das doch überraschende kleine Feuerwerk genossen.

Dann ging es weiter durch die Straßen von Tel Aviv auf der Suche nach Bars, Clubs oder anderen Orten zum Feiern.
Wir haben uns letztendlich aufgeteilt und auch im Florentinviertel, wo es mich mit ein paar anderen hinzog, konnten wir keine Bar betreten: Erst ab 25!!!

So sind wir durch die Straßen Jaffo's gelaufen und sind gegen vier Uhr morgens ins Bett gegangen.
Am nächsten Tag sind Roman, Theres und ich durch Jaffo geschlendert, haben uns ein paar Läden angeschaut und sind durch Zufall in einen Laden gelangt, der von einem französischen Künstler gehalten wird.
Wir sind am Abend zurückgekehrt und waren ziemlich glücklich aber auch sehr sehr müde.

So das war unser Weihnachtsfest,
Danke an alle, die an mich gedacht haben in der Weihnachtszeit!
Mir geht es sehr gut und ich freue mich über jeden weiteren Tag, den ich in meinem Projekt verbringen darf!

Eure Maité




Dienstag, 14. Januar 2014

Weihnachtsfest in Israel

Hallo,


ein Artikel folgt dem anderen, da ich so viel verpasst habe, dass ich nun sehr viel Stoff zum Schreiben habe ;)

Am 22. Dezember haben wir als Volontärsgruppe eine kleine Weihnachtsfeier für unsere israelischen Volontäre, unserem Leiter und seiner Familie und zwei Workshopleiterinnen veranstaltet.

Wir hatten schon an den Vortagen mit den Vorbereitungen angefangen. Das heißt, die Pastete wurde vorbereitet, der Rotkohl und weitere leckere Dinge, wie zum Beispiel eine Flädlesuppe.
Ich hatte meine Madeleines schon vorbereitet, was auch gut war, denn eine Memberin musste ins Krankenhaus und man bat mich mitzugehen. Also bin ich gegen vier Uhr weggefahren und war sehr traurig nichts von den Vorbereitungen mitzubekommen.
Der Krankenhausaufenthalt hat insgesamt drei Stunden gedauert das bedeutet, dass ich genau dann zurückkam, als die Feier anfing.
Ich bin von einem Saal in den anderen gelaufen, meine Memberin im Schlepptau. Dann war der Arzt nicht da, weil er mit Freunden während seiner Arbeitszeit Abendessen war. Dann gab es keine Notiz, die ich der Krankenstation mitbringen konnte. Mir sind die Augen im Taxi zugefallen, weil ich so erschöpft war.
Meinen Salat, den ich eigentlich noch vorbereiten wollte ist leider unangetastet im Kühlschrank geblieben. Als ich ankam und alles schon so gut wie fertig vorbereitet war, war ich traurig, aber den geschmückten Saal zu sehen, alle mit guter Laune zu erleben und Weihnachtsluft zu schnuppern tat mir gut und direkt mit eingespannt zu werden hat es mir ermöglicht sofort wieder wach zu werden.

Eran hatte eine Art Tannenbaum mitgebracht, den wir geschmückt haben.
Und um ein bisschen Weihnachtsstimmung hineinzubringen haben wir kleine Wichtelgeschenke unter den Baum gelegt und Lieder wie Oh du Fröhliche; Last Cristmas; Schneeflöckchen; Stern über Bethlehem; und und und ....liefen aus der mitgebrachten Musikanlage.
Im Karavan wurde noch ein bisschen mit den Instrumenten geübt, dann kamen auch schon die Workshopleiterinnen und unsere israelische Freiwilligen und das Fest konnte beginnen.

Zu Beginn haben wir uns bedankt, dass alle da seien, denn Weihnachten sei ein wichtiges Fest für uns und nicht zu Hause zu sein, würde vieles anders machen und es sei gut in einer großen Gruppe diesen tag zu genießen.Wasser wurde eingeschenkt und die Vorspeise auf dem Buffettisch verteilt.
Flädlesuppe, selbstgemachtes Brot und Tomatenbutter.

Zwischendurch haben sowohl Violine und Bratsche , als auch Klarinette und Trompete kleine Stücke vorgespielt. Die Hauptspeise, mit Kartoffelsalat und Würstchen, Königinpastete wurde serviert. Später der Nachtisch mit Madeleines, Äpfel im Schlafrock, Kuchen und vieles mehr. Es wurde viel geredet, getanzt wurde auch und die Atmosphäre war so gelassen, dass sich wirklich alle wohlgefühlt haben.


Das Wichtel war ein Vergnügen. Malin hat mir eine Israellandkarte geschenkt, auf der ich markieren kann wo ich überall schon war. Sehr sehr nette Idee, über die ich mich gefreut habe. Eran hat uns auch Kleinigkeiten überreicht, die uns so zum Lachen gebracht haben, dass ich weinen musste. ;-)
Der Abend war richtig gelungen und es kam für uns das erste Mal so richtige Weihnachtsstimmung auf, gerade weil wir zusammen etwas geplant haben und allen zeigen durften was das Fest für uns bedeutet und wie wir es feiern, was Weihnachten überhaupt ist.
Die kleine Chadar Ochel, die extra für uns bereit gestellt wurde haben wir aufgeräumt und waren alle gegen ein Uhr in unseren Betten.

Hier ein paar Bilder, um die Atmosphäre aufzugreifen:











Alles Liebe
Eure Maité

Haifa - Seminar über religiöse Minderheiten in Israel

Hallo ihr Lieben,

vor Weihnachten habe ich ein Seminar in Haifa besucht über religiöse Minderheiten hier in Israel.
Also wird dieser Bericht etwas sachlicher und hoffentlich etwas informativer für euch werden.
26  Freiwillige und ein Einblick in alle Untergliederungen der arabischen Kultur.

Schaut man sich das Jahr 1948 im Vergleich zum Jahr 2011 an, sieht man, dass der Anteil deutlich gestiegen ist.
717000 Juden im Jahr 1948, insgesamt 156000 Moslems, Christen, Drusen und andere Untergruppen zusammen. Macht 873 000 zusammen.

2011 waren es nach Schätzung 5, 908 Millionen Juden, 1,354 Mill. Moslems, 155 000 Christen, 
130 000 Drusen und 290 000 andere. Macht insgesamt 7, 837 Millionen Einwohner.

Am ersten Abend haben wir von einem Araber einen Vortrag über das arabische Theater gehalten bekommen, sehr interessant. Anschließend hat er uns etwas mit Pantomime vorgespielt. Es sah klasse aus, denn so realistisch gelingt es wenigen Menschen. Wir als Volontäre hatten ebenso unseren Part bei seiner Aufführung. Mit ein paar Utensilien haben ein paar teilnehmen können, darunter auch ich.

Später kam eine Bauchtänzerin hinzu und hat uns Grundschritte und Grundhaltungen gezeigt, die wir kurze Zeit später selbst ausprobieren konnten. Einigen ist es überraschend gut gelungen. Ich hatte Spaß daran, obwohl ich es sicherlich nicht am Besten gemeistert habe.

Am nächsten Morgen ging es nach einigen Planänderungen zu den Achmaditen. Es war leider kein guter Vortrag. Weitaus mehr interessant war die Begegnung mit den Drusen.

Drusen leben auf dem Karmel und in Galiläa. Sie sind eine weitere Minderheit im Mittelmeerraum. Schaut man außerhalb Israels auf die Karte erkennt man, dass auch im Südlibanon in Südsyrien und auf den Golanhöhen Drusen leben.
Frauen sind bei ihnen im religiösen Leben gleichgestellt. Sie im Vergleich zu den Drusenmännern, muss nicht zur Armee.
Männer tragen Schnurrbart und Glatze, die Frau lange Gewänder und ein weißes Kopftuch. Sie essen kein Schweinefleisch, rauchen nicht und es ist verboten Alkohol zu trinken. Druse kann man seit 1043 nicht mehr werden und um nicht von der Gemeinde ausgestoßen zu werden, wird nur unter sich geheiratet. Nur Druse mit Drusin.

Polygamie und Zweitheirat (wenn sich das Paar trennt und wieder heiratet) sind verboten, dafür die Scheidung erlaubt.
Sie haben eigene Grundgesetze und wollen sich auch nicht zeigen. Das heißt ihr Gebetsraum befindet sich in einem Haus und nicht in einer Moshee oder in einer Kirche.

In Daliyath el-Carmel, dem einen Drusendorf auf dem Karmelberg, haben wir erst einmal gegessen und hatten anschließend ein wenig Zeit für uns bis es weiterging nach Galilee, zu den Tscherkessen.

Es wurde langsam frisch wobei der Tag an sich schön warm war.
In Kfar Kama haben wir von einem Tscherkessen, der aussah wie ein Australier mit rotbraunen Haar, Sonnenbrille und einem perfektem Englisch und eigentlich Araber ist, einen Vortrag gehalten bekommen.
Der beste Vortrag vom ganzen Tag. Tscherkessen sind ein kaukasisches Volk das heißt, dass es ursprünglich aus Russland kommt. Viele wohnen in der Türkei, wenige in Syrien, Jordanien, Irak, Ägypten, Lybien, Israel, Südserbien und dem Kosovo.
Sie verehren Naturgötter, waren vorher Christen, wurden aber im 15. Jahrhundert zum Islam bekehrt.
Ihre Straßen sind nie schmutzig und auch auf den Straßen läuft keiner herum. Keine spielende Kinder, nichts. Ruhige, leere Sträßchen. Ihre Gebetsstätten sehen, durch russischen Einfluss aus wie Kirchen.

Am Abend schön zusammensitzen und sich kennenlernen, sich über die Projekte austauschen und noch etwas trinken.
Am nächsten Tag konnten wir ausschlafen und unsere Sachen packen. Dann sind wir noch einmal zu einem gemeinsamen Ausflug in die Bahai Gärten gegangen. Ich hatte diese Tour zum Glück schon gemacht und einen guten Vortrag gehabt, denn der Vortrag war wirklich nicht sonderlich prickelnd.

An sich war es ein sehr angenehmes Seminar mit vielen interessanten Beiträgen. Auch die Gruppe war sehr nett, es ist gut neue Leute kennenzulernen, beziehungsweise auch etwas mit denen zu machen, die man schon öfters getroffen hat.
 Bei den Achmaditen
 
 
 Bei den Drusen
 
 

 Bei den Tscherkessen
 
 

 Die Bahai Gärten
 
 




 Unsere Seminargruppe
 
 




Alles Liebe
Eure Maité

Mittwoch, 8. Januar 2014

Hanukka

Hallo meine Lieben,

ich habe einiges aufzuholen und fange am Besten mit Hanukka an. Vor einem knappen Monat war Hanukka auch das Lichterfest genannt. Es dauert insgesamt acht Tage und soll an die Wiedereinweihung des zweiten Tempels erinnern. Während Hanukka wird jeden Abend ein neues der neun Lichter auf der Menora (dem siebenarmigen/neunarmiger Leuchter) angezündet.
Der Geschichte nach, sollte das Licht im Tempel immer brennen. Man fand aber nur einen Krug voll Öl, für genau einen Tag. Man würde aber genau acht weitere Tage brauchen, um neues Öl herzustellen. Wie durch ein Wunder hielt das Licht acht Tage an.
Auf dem Leuchter sind oft neun Lichter vorzufinden. Das mittlere Licht brennt immer zuerst. Als Diener soll es die anderen Kerzen anzünden.

An Hanukka hatten wir verschiedenste Aktivitäten. Einige Volontäre konnten unsere Member bei Ausflügen in den Zirkus begleiten. Und Gerade mit der Kfar-Band waren wir in dieser Woche sehr viel unterwegs. Die erste Station war ein Auftritt im Kfar selbst. Eine große Party. Wir hatten zuvor zwei Stücke mit dem Memberchor ein geprobt. Somit, nach viel Aufregung haben wir es geschafft aufzutreten.
Alle Member waren in der Chadar Ochel versammelt.
Nach ein paar einleitenden Worten von verschiedensten Personen, wurde gesungen, wir haben Musik gespielt, unsere Workshopleiter haben ein Stück aufgeführt. Wir sollten mit den israelischen Volonärinnen etwas einstudieren (was wir am Abend vorher gemacht hatten ;-) ) Die Menora wurde von acht verschiedenen Leuten angezündet: einer Freiwilligen, einer Sozialarbeiterin,...!

Den Membern hat es viel Spaß gemacht. Am Ende durften alle tanzen und wir als Freiwillige haben uns natürlich auch sehr gefreut dabei sein zu dürfen.
Das war noch nicht alles.

Ein HaShofet war mit dem Memberchor das nächste Ziel. Ein Kibbuz, wie man es sich heute noch vorstellt. Eine Chadar Ochel, ein Speisesaal, in dem sich alle versammeln. Die Häuser stehen nebeneinander, sind klein und einfach. Ein großer Spielplatz, Grundschule und Kindergarten stehen in dem Kibbuz. Es werden dort über 200 Kühe gehalten, eigene Milch produziert.
Für uns war es sehr anders an diesem Ort zu sein, aber man hatte ein seltsames Gefühl der Zugehörigkeit und man hat sich sofort wohlgefühlt. Diese Art des Lebens kennen wir nicht aber es war interessant hineinschnuppern zu dürfen.
Unsere Musikeinlage kam gut an und neben den Sufganiot (Wie Berliner)  als süße Nachspeise hatten wir einen wunderschönen anstrengenden Abend.
Unser letzter Auftritt war in Mizra, einem Kibbuz zwischen Afula und Nazareth. Es ist eines der ältesten Kibbuzim in Israel. Dort haben wir erneut mit dem Memberchor etwas aufgeführt. Es waren nur ältere Leute versammelt, wie im Kfar und in HaShofet, das Programm glich sich. Die Menora wurde angezündet und es gab viel Musik.

Hanukka, ein kleiner Ersatz für unser Weihnachten? Vielleicht. Wir hatten einen Adventskranz gebastelt, damit etwas weihnachtliches Feeling aufkommt. Aber der Ausflug ins weiße Jerusalem war nicht zu ersetzten. Weihnachtlicher hätte es nicht sein können. Aber diese Geschichte kennt ihr ja schon!




So das wars,
das nächste Mal gibt es etwas über Weihnachten und Silvester zu hören =)